Künstliche Mineralwolle (KMF)

Allgemein

Künstliche Mineralfasern (KMF) sind anorganische Fasern, welche im Gegensatz zum Asbest, aus mineralischen Rohstoffen synthetisch hergestellt werden.

Bei Mineralfasererzeugnissen unterscheidet man zwischen der sogenannten „neuen“ KMF, welche als nicht krebsverdächtig eingestuft sind und der „alten“ Mineralwolle, auch WHO-Fasern genannt, welche mit einer Länge L > 5 µm und einem Durchmesser D < 3 µm als krebserzeugend gelten. Ein optisch sichtbarer Unterschied zwischen den beiden Produkten lässt sich nicht feststellen. Erst unter dem Elektronenmikroskop kann der Kanzerogenitätsindex (KI) festgestellt werden, welcher wie folgt untergliedert ist:

  • Kategorie 2: KI < 30 d.h. kanzerogene, lungengängige Fasern (WHO-Faser)

  • Kategorie 3: 30 < KI < 40 d.h. mögliche kanzerogene Wirkung, jedoch nicht ausreichend bewiesen

  • Freizeichnung: KI > 40 d.h. keine Einstufung als krebserregend

 

Seit 1. Juni 2000 dürfen nur noch Produkte auf den Markt gebracht werden, welche die sog. Freizeichnung haben (KI > 40). Deshalb gilt in der Praxis gilt die Fasutregel, dass sämtliche Mineralwolle, welche vor 2000 eingebaut wurde, mit hoher Wahrscheinlichkeit unter die Kategorie 2 - 3 fällt. 

Besonders durch äußere Einflüsse wie thermische und mechanische Belastungen, können sich die Mineralfasern aufspalten bzw. brechen und können so noch einfacher in die Lunge eindringen. Deshalb ist in solchen Fällen besondere Vorsicht geboten. Zu nennen ist hier beispielsweise KMF an Heizungsrohren oder als Trittschalldämmung im Boden.

Sanierung von KMF-Produkten

Gerade in den Grenzjahren um den Jahrtausendwechsel, kann man nicht sicher sagen um welche Art Mineralwolle es sich im Einzelfall handelt. Hier ist meistens eine Überprüfung im Labor ratsam.

Anschließend läuft eine KMF-Sanierung i.d.R. wie folgt ab:

  1. Räumliche Trennung des Arbeitsbereiches durch Abschottungen aus PE-Folie auf tragfähiger Holzunter-konstruktion.

  2. Aufbau einer 1-Kammer-Zugangsschleuse, um Personal bzw. Material in und aus dem Sanierungsbereich zu bringen. (Je nach Umfang auch getrennte und/oder 2-Kammer-Schleuse sinnvoll)

  3. Einrichten einer gerichteten Luftströmung durch ein Unterdruck-haltegerät mit Schwebstofffilter (Filterkat. H13) und definierten Zuluftöffnungen.

  4. Mineralwolle einnässen, demontieren und in spezielle Big Bags verpacken.

  5. Reinigung des Arbeitsbereiches durch Saugen mittels Industriesauger (Filterkat. H1) und/oder feuchtes Wischen mit entspanntem Wasser.

  6. Aufhebung der Schutzmaßnahmen nach optionaler Raumluftmessung.

Oben genannte Aufstellung beschreibt den Regelfall einer umfangreichen KMF-Sanierung nach TRGS 521. Je nach Art und Umfang der Maßnahme können sich Abweichungen ergeben.